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Tipps für den Umgang mit Aphasikern

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Der Angehörige muss sich klar machen, dass er dem "Erkrankten" die verlorenen Fähigkeiten nicht ersetzen kann. Er sollte bei seiner Hilfeleistung darauf achten, dass er eine Überbehütung vermeidet.

 

Viele Betroffene wollen das, was sie selbst erledigen können, auch selbstständig tun (auch wenn es mühsam ist und länger dauert). Der Angehörige braucht Geduld und Einfühlungsvermögen, um nicht zu früh einzugreifen.

 

Der Angehörige sollte nicht auf seine eigenen Interessen und Bedürfnisse verzichten. Die Belastung der Angehörigen kann sonst zuweilen zu groß werden.

 

Kommunikationsregeln

 

• in kurzen, einfachen Sätzen sprechen

• ein langsames Sprechtempo verwenden

• nicht schreien, der Aphasiker hat in der Regel ein intaktes Gehör!

• beim Sprechen Blickkontakt halten

• verstärkt Gestik u. Mimik einsetzen

• Gespräche in einer Gruppe können den Aphasiker überfordern

• nicht in seinem Beisein mit anderen über den Aphasiker sprechen, ohne ihn dabei mit einzubeziehen

• „Mit dem Herzen hören!" d.h., darauf achten, ob die Absicht des Aphasikers verstanden wurde (der Inhalt ist wichtiger als die sprachlich richtige Form!)

• den Aphasiker nicht ständig verbessern

• offene oder Alternativ-Fragen (mit "oder") vermeiden, besser : Ja / Nein-Fragen verwenden

• den Aphasiker nicht dazu auffordern, vor anderen Personen seine sprachlichen Leistungen bzw. Fortschritte zu demonstrieren

• den Aphasiker auf jede erdenkliche Weise zum Sprechen anregen

• beim Gespräch evtl. Hintergrundgeräusche durch Fernsehen oder Radio vermeiden! (ausblenden)

• verstärkt Kommunikation mit Bildern einsetzen z. B. Hilfe durch das Kommunikationsbuch "LOGICON" von Spitzer / Sprengelmeyer, Verlag Prolog

• bei Wortfindungsproblemen Wortanlauthilfen geben

• längere Pausen abwarten, den Aphasiker nicht unterbrechen oder „ins Wort fallen"

 

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